Singles Day, Black Friday und Cyber Monday - die Unterschiede und wie du planst
Im November folgen in der Schweiz mehrere Aktionstage dicht aufeinander, und die Grenzen zwischen ihnen verschwimmen. Hier erfährst du, was Singles Day, Black Friday, Black Week und Cyber Monday jeweils sind, wie sie zusammenhängen, welche Preisregeln hierzulande gelten und wie du deine Käufe je nach Produktart planst.
Dein Fahrplan durch den November
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Rund einen Monat vorher
Liste schreiben und Preise notieren
Am besten mit Screenshot, damit du später vergleichen kannst.
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11. November
Singles Day
Erste Angebote mit deinen Notizen vergleichen, ohne Druck.
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Montag vor Black Friday
Start der Black Week
Kaufen, sobald ein Preis klar unter deinem notierten Wert liegt.
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23. bis 29. November
Black Friday
Der grösste Aktionstag, online und im Laden.
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26. November bis 2. Dezember
Cyber Monday
Gezielt nachholen, was noch auf der Liste steht, dann aufhören.
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Bis Weihnachten
Hohe Paketmengen
Geschenke früh bestellen und Paketmeldungen nur beim Paketdienst prüfen.
Die vier Aktionstage im Vergleich
Die Tage haben unterschiedliche Ursprünge, fallen aber alle in dieselben drei Wochen. Die Tabelle zeigt, wann sie stattfinden und welche Rolle sie in der Schweiz spielen.
| Aktionstag | Datum | Herkunft | Charakter | Bedeutung in der Schweiz |
|---|---|---|---|---|
| Singles Day | immer am 11. November (11.11.) | China, von Alibaba zum Online-Shoppingtag ausgebaut | online | deutlich kleiner als Black Friday |
| Black Friday | Freitag nach dem amerikanischen Thanksgiving, also zwischen dem 23. und 29. November | USA | online und im Laden | der grösste der vier Tage |
| Black Week | rund um Black Friday, etwa vom Montag davor bis zum Sonntag danach | Ausweitung durch den Handel | mehrtägige, rollende Aktionen | bei grossen Elektronik- und Onlinehändlern verbreitet |
| Cyber Monday | Montag nach Black Friday, also zwischen dem 26. November und dem 2. Dezember | USA, Begriff seit 2005 | auf Onlineshops ausgerichtet | gilt als dritter grosser Shoppingtag, kleiner als Black Friday |
Singles Day: der frühe Auftakt
Der Singles Day stammt aus China und fällt immer auf den 11. November (11.11.). Alibaba hat ihn zu einem riesigen Online-Shoppingtag gemacht; für den Konzern ist er weltweit der umsatzstärkste Einkaufstag überhaupt.
In der Schweiz ist der Singles Day viel kleiner als Black Friday. Für dich ist er vor allem ein nützlicher Messpunkt: Er liegt zwei bis drei Wochen vor Black Friday, und was du dort an Preisen siehst, kannst du später mit den Black-Friday-Angeboten vergleichen.
Black Friday und die Black Week
Black Friday ist der Tag nach Thanksgiving. Dieses fällt in den USA seit 1941 gesetzlich auf den vierten Donnerstag im November, deshalb liegt Black Friday immer zwischen dem 23. und 29. November. Woher der Name kommt, ist umstritten. Am verbreitetsten ist die Erklärung, dass der Name in den 1950er- und 1960er-Jahren aus dem Polizei- und Verkehrsjargon in Philadelphia stammt. Die Geschichte, Händler würden an diesem Tag aus den roten in die schwarzen Zahlen kommen, gilt als Mythos.
Schweizer Händler, vor allem im Elektronik- und Onlinehandel, haben aus dem einen Tag eine ganze Woche gemacht. Ein Schweizer Zahlungsabwickler etwa rechnet die Tage vom Montag vor Black Friday bis zum Sonntag danach zur Black Week und sah die meisten Transaktionen am Black Friday selbst und am Cyber Monday. Ein grosser Schweizer Onlinehändler gab ebenfalls an, dass der Freitag trotz der verlängerten Aktionen der stärkste Tag blieb.
Laut Schweizer Fachpresse flacht die Spitze am Black Friday ab, weil sich die Aktionen über Tage und Wochen verteilen. Am stärksten betrifft das die Elektronik. Für dich heisst das: Ein gutes Angebot kann schon am Montag der Black Week auftauchen, und du musst nicht bis Freitag warten, wenn der Preis bereits stimmt.
Cyber Monday: der Online-Abschluss
Der Begriff Cyber Monday wurde 2005 in den USA vom Online-Ableger des amerikanischen Detailhandelsverbands geprägt, weil der Montag nach Thanksgiving ein starker Tag im Onlinehandel war. Er fällt auf den Montag nach Black Friday und liegt damit zwischen dem 26. November und dem 2. Dezember.
In der Schweizer Fachpresse gilt der Cyber Monday als dritter grosser Shoppingtag nach Black Friday, mit klarem Fokus auf Onlineshops. Er ist deutlich kleiner als Black Friday und eignet sich vor allem, um Dinge nachzuholen, die du in der Black Week verpasst hast.
Ist der Black-Friday-Rabatt echt?
Auch im November gilt die Preisbekanntgabeverordnung (PBV): Ein Shop darf mit einem höheren «statt»-Preis nur werben, wenn er diesen Preis vorher tatsächlich verlangt hat, und eine unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers (UVP) taugt nur als Vergleich, wenn die Konkurrenz die Ware wirklich zu diesem Preis verkauft. Wie lange ein Vergleichspreis stehen darf und was du bei einem Verstoss tun kannst, erklärt unser Ratgeber Streichpreise prüfen.
Die Stiftung für Konsumentenschutz weist darauf hin, dass Preise vor Black Friday manchmal angehoben und dann «reduziert» werden. Das verstösst gegen die PBV. Viele Rabatte sind zudem Preissenkungen, die ohnehin geplant waren, und Onlineshops erzeugen gern Zeitdruck mit Restbestand-Anzeigen und kurzen Fristen.
Wie das konkret aussieht, zeigte ein Fall, über den der Beobachter berichtete: Ein Fernseher kostete in einem grossen Schweizer Onlineshop vor Black Friday mehrere Tage lang CHF 580. Danach wurde er mit rund 11% Rabatt auf einen Referenzpreis von CHF 744 beworben, also für CHF 658.52, und war damit teurer als zuvor. Der Referenzpreis war in den drei Monaten davor gar nicht verlangt worden.
Rückgabe und Garantie vor dem Kauf prüfen
In der Schweiz gibt es kein allgemeines gesetzliches Recht, online gekaufte Ware zurückzugeben. Ob du ein Schnäppchen zurückschicken kannst, ob du dein Geld oder nur einen Gutschein erhältst und ob der Shop die Gewährleistung ausschliesst, steht in seinen Bedingungen. Lies sie deshalb vor dem Kauf, besonders bei Kleidern, bei denen die Grösse nicht sicher passt, und bei teurer Elektronik. Was das Gesetz dir trotzdem garantiert, erklären wir im Ratgeber zu deinen Rechten beim Online-Einkauf.
Fake-Shops und falsche Paketmeldungen
Vor Black Friday und Cyber Monday erhält das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) mehr Meldungen über Fake-Shops, falsche Gewinnspiele und Phishing. Die Betrüger kopieren das Design von Schweizer Händlern, nutzen glaubwürdige Domains und werben in den sozialen Medien mit sehr hohen Rabatten, oft für Spielkonsolen, Elektronik, Markenkleider und Küchengeräte. Bezahlt werden soll per Karte, TWINT oder sofortiger Banküberweisung, und die Ware kommt nie an. Der Konsumentenschutz erhielt zudem Meldungen über Dropshipping-Shops mit Schweizer Domainendung, deren Vergleichspreise oft erfunden sind.
Das BACS rät, bei viel zu tiefen Preisen misstrauisch zu sein und bei einem unbekannten Shop Bewertungen zu prüfen; fehlen sie ganz, ist das ein Warnsignal. Am sichersten ist der Kauf auf Rechnung. Die Polizei und die Schweizerische Kriminalprävention empfehlen in ihrer Kampagne gegen Fake-Shops zusätzlich, Impressum und Firmensitz zu kontrollieren und bei Shops vorsichtig zu sein, die nur Vorauskasse akzeptieren oder keine Rückgabe anbieten.
Nach den Aktionstagen folgt eine Welle gefälschter Paketbenachrichtigungen. Klicke nie auf Links in SMS oder E-Mails zu einem Paket, sondern prüfe den Sendungsstatus direkt beim Paketdienst. Gib auch keine Kartendaten für angebliche Zollgebühren oder Adressprüfungen ein.
Dein Plan pro Produktart
Welche Kategorie an welchem Tag am günstigsten ist, lässt sich nicht allgemein sagen. In einer Umfrage von YouGov Schweiz nannten 60% Elektronik und 36% Mode als bevorzugte Kategorien an den Aktionstagen. Die Tabelle zeigt, worauf du bei diesen und weiteren typischen Käufen achten solltest.
| Produktart | Was du vorher prüfst | Wann du kaufst | Worauf du achtest |
|---|---|---|---|
| Elektronik wie Fernseher, Laptops und Smartphones | Preis rund einen Monat vorher notieren, ältere Modelle mitvergleichen | sobald der Preis klar unter deinem notierten Wert liegt, in der Black Week oft schon vor Freitag | UVP-Vergleiche, Garantiebedingungen, Fake-Shops |
| Spielkonsolen und gefragte Markengeräte | Preis notieren, Shop kennen oder prüfen | bei einem bekannten Händler mit Impressum und Bewertungen | auffällig tiefe Preise in Social-Media-Werbung, Vorauskasse |
| Mode und Schuhe | Grösse und Passform kennen, Rückgabebedingungen lesen | wenn Rückgabe mit Rückerstattung möglich ist | nur Umtausch statt Geld zurück, Markenkleider in Fake-Shops |
| Küchen- und Haushaltsgeräte | Preis notieren, Modell und Zubehör genau festhalten | wenn der Preis tiefer ist als vor einem Monat | Vergleichspreis, Gewährleistung in den Bedingungen |
| Weihnachtsgeschenke | Liste und Budget festlegen | früh, mit Reserve für die Lieferung | Paketspitze bis Weihnachten, Rückgabe für den Beschenkten |
Bei Elektronik lohnt sich der Blick über die Aktion hinaus. Laut der Stiftung für Konsumentenschutz halbieren sich Technikpreise oft innert ein bis zwei Jahren, und das Vorgängermodell ist meist günstiger. Ein Rabatt ist keine Garantie für den tiefsten Preis; manchmal ist das Vorgängermodell auch ohne Aktion die bessere Wahl.
So gehst du Schritt für Schritt vor
Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten verschieben laut SRF geplante grössere Käufe zunehmend auf Black Friday und kaufen dafür weniger spontan. Genau das ist der richtige Ansatz, denn in einer Umfrage von Demoscope bereute ein Drittel mindestens einen Black-Friday-Kauf, bei den 15- bis 34-Jährigen waren es zwei Drittel. Mit diesem Ablauf kaufst du gezielt:
- Rund einen Monat vor Black Friday schreibst du auf, was du wirklich brauchst, und notierst die aktuellen Preise, am besten mit Screenshot. Eine Woche vorher ist zu spät, weil Preise dann schon angehoben sein können. Zeigt ein Shop einen Preisverlauf an, sieh ihn dir ebenfalls an.
- Am Singles Day am 11. November vergleichst du die ersten Angebote mit deinen Notizen, ohne dich unter Druck setzen zu lassen.
- In der Black Week kaufst du, sobald ein Preis klar unter deinem notierten Wert liegt, und prüfst vorher Shop, Rückgabe und Garantie. Countdowns und Restbestand-Anzeigen ignorierst du.
- Am Cyber Monday holst du gezielt nach, was noch auf deiner Liste steht, und hörst danach auf.
- Rechne mit längeren Lieferzeiten. Die Post sortiert in den Tagen von Black Friday bis Cyber Monday Rekordmengen an Paketen, und die Mengen bleiben bis Weihnachten hoch. Bestelle Geschenke deshalb früh und prüfe Paketmeldungen nur direkt beim Paketdienst.
Wer so vorgeht, erkennt echte Preissenkungen und lässt sich von grossen Prozentzahlen nicht blenden. Das gilt für jeden Aktionstag im Jahr, nicht nur für den November.
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