Geschenkbudget - so planst du Geschenke, ohne zu viel auszugeben
Geschenke werden selten auf einen Schlag teuer, sondern in vielen kleinen Käufen zwischen Anfang Dezember und Heiligabend. Hier erfährst du, wie du einen Gesamtbetrag für die ganze Festzeit festlegst, ihn pro Person aufteilst, deine Käufe auf die Aktionen im November und die Versandfristen abstimmst und Geschenke nicht mit Schulden bezahlst. Die Weihnachtszeit dient als Hauptbeispiel, die Methode funktioniert aber genauso für Geburtstage, Hochzeiten oder jeden anderen Anlass mit Geschenken.
Zuerst die Fixkosten, dann das Geschenkbudget
Ein Geschenkbudget beginnt nicht bei den Wünschen, sondern bei den Ausgaben, die sowieso anfallen. Zieh von deinem Einkommen zuerst Miete, Krankenkasse und Lebensmittel ab und schau, was danach realistisch übrig bleibt. Erst aus diesem Rest legst du einen Betrag für die ganze Festzeit fest, nicht nur für die Geschenke: Essen und Getränke, Dekoration und Ausflüge oder andere Aktivitäten gehören in dieselbe Rechnung.
Als grobe Orientierung: In einer Umfrage von EY und dem Schweizer Detailhandelsverband planten Erwachsene im Schnitt CHF 341 für Weihnachtsgeschenke, Familien mit Kindern sogar CHF 449. Gleichzeitig gaben 42% an, dass sie die gestiegenen Preise stark spüren. Ein Durchschnitt ist allerdings kein Ziel: Ein Familienratgeber nennt für eine vierköpfige Familie mit knappem Einkommen CHF 150 bis 200 für die gesamte Festzeit, und auch damit lässt sich ein schönes Fest gestalten.
Entscheidend ist, dass du dich auf eine Zahl festlegst, bevor du das erste Geschenk kaufst. Lebst du in einer Partnerschaft, vereinbart ihr den Höchstbetrag früh und gemeinsam. Heimliche Zusatzkäufe sprengen ein Budget schneller als jede einzelne grosse Ausgabe.
Samichlaus und Heiligabend als eine Saison
In der Schweiz gibt es zwei Geschenktermine im Dezember, und beide gehören ins selbe Budget. Um den 6. Dezember kommt der Samichlaus, begleitet vom Schmutzli, und die Kinder sagen ein Versli auf. In der Romandie heisst er Saint-Nicolas, im Tessin San Nicolao. Laut YouGov Schweiz haben rund acht von zehn Personen in der Schweiz schon Samichlaus gefeiert, in der Deutschschweiz 86%.
Der Chlaussack ist meist bescheiden gefüllt: Mandarinen, Nüsse, Schokolade sowie Lebkuchen oder Tirggel sind die Klassiker. Die grossen Geschenke folgen am Abend des 24. Dezember nach dem Essen, in der Deutschschweiz traditionell vom Christkind gebracht, in der Romandie vom Père Noël. Wer den Samichlaus vergisst und nur für Heiligabend plant, merkt erst im Dezember, dass ein Teil des Geldes schon ausgegeben ist.
Das Budget pro Person aufteilen
Hast du den Gesamtbetrag, verteilst du ihn auf Personen und Posten. Das folgende Beispiel ist frei erfunden und rechnet mit runden Zahlen für eine Familie mit zwei Kindern und einem Festtagsbudget von CHF 600.
CHF 600 für die Festtage aufgeteilt
-
Weihnachtsgeschenke
60% - CHF 360
Kinder, Partnerin oder Partner, Eltern und Schwiegereltern
-
Essen und Getränke
20% - CHF 120
Ganze Familie
-
Samichlaus und Aufmerksamkeiten
10% - CHF 60
Chlaussack, Nachbarn, Lehrpersonen
-
Dekoration und Aktivitäten
10% - CHF 60
Wohnung, Ausflug zwischen den Festtagen
| Posten | Für wen | Budget |
|---|---|---|
| Samichlaus | Chlaussack für zwei Kinder | CHF 30 |
| Weihnachtsgeschenk | erstes Kind | CHF 100 |
| Weihnachtsgeschenk | zweites Kind | CHF 100 |
| Weihnachtsgeschenk | Partnerin oder Partner | CHF 80 |
| Weihnachtsgeschenke | Eltern und Schwiegereltern | CHF 80 |
| Kleine Aufmerksamkeiten | Nachbarn, Lehrpersonen | CHF 30 |
| Essen und Getränke | ganze Familie | CHF 120 |
| Dekoration | Wohnung | CHF 20 |
| Aktivitäten | Ausflug zwischen den Festtagen | CHF 40 |
| Total | CHF 600 |
Bei knappem Budget hilft eine Obergrenze pro Kind, etwa CHF 20 bis 40: ein Hauptgeschenk und dazu ein oder zwei kleine Extras. In grossen Familien lohnt sich eine Auslosung, bei der jede Person nur einer anderen etwas schenkt. Und wünscht sich ein Teenager etwas Grösseres, können Verwandte zusammenlegen, zum Beispiel je CHF 30 oder 50, statt einzeln kleine Dinge zu kaufen.
Günstiger schenken, ohne knausrig zu wirken
Nicht jedes Geschenk muss neu gekauft sein. Secondhand-Läden und Plattformen für gebrauchte Ware bieten viel für wenig Geld. Mit einem tiefen Einkommen bekommst du mit der KulturLegi zudem Ermässigungen. Und auch geschenkte Zeit ist ein Geschenk: ein selbst gestalteter Gutschein für einen gemeinsamen Ausflug, einen Kochabend oder eine Stunde Hilfe im Garten.
Ein gekaufter Geschenkgutschein ist nur dann eine gute Wahl, wenn die beschenkte Person wirklich bei diesem Anbieter einkaufen will. Steht kein Ablaufdatum darauf, gilt er für Dinge des täglichen Bedarfs wie Bücher, Kleider oder einen Restaurantbesuch 5 Jahre, für Hotelaufenthalte, Reisen, Theater oder Wellness 10 Jahre. Ob eine kürzere aufgedruckte Frist gilt, ist umstritten, und wird eine AG oder GmbH aus dem Handelsregister gelöscht, ist ihr Gutschein praktisch wertlos. Was einen Geschenkgutschein von einem Rabattcode unterscheidet, erklären wir in So löst du einen Rabattcode ein.
Käufe in die Aktionen im November legen
Viele Geschenke lassen sich schon im November kaufen, wenn Singles Day, Black Friday und Cyber Monday aufeinanderfolgen. Das funktioniert aber nur mit einer fertigen Geschenkliste: Wer ohne Liste durch die Angebote klickt, kauft Dinge, die in keinem Budget stehen. Wie die Aktionstage zusammenhängen und wann sich welcher Kauf lohnt, zeigt unser Ratgeber zu Singles Day, Black Friday und Cyber Monday.
Ein Rabatt spart nur dann Geld, wenn der Ausgangspreis stimmt. Prüfe bei teureren Geschenken, ob der durchgestrichene Preis je verlangt wurde, bevor du zuschlägst. Wie das geht, steht in Echter Rabatt oder Lockvogel?. Trag jeden Kauf gleich in deine Liste ein, damit du siehst, wie viel vom Budget noch übrig ist.
Früh kaufen hat noch einen Vorteil: Von Black Friday bis Mitte Dezember verarbeitet die Post am meisten Pakete, an Spitzentagen Mitte Dezember waren es schon rund 1.3 bis 1.5 Millionen. Was im November bestellt ist, muss nicht durch diesen Engpass.
Versandfristen vor Weihnachten im Blick behalten
Wer Geschenke verschickt oder online bestellt, plant am besten von hinten. Innerhalb der Schweiz gilt bei der Post in der Regel: A-Post-Briefe und Priority-Pakete bis zum 23. Dezember aufgeben, PostPac Economy bis zum 22. Dezember und B-Post-Briefe bis zum 21. Dezember. Bei Priority-Paketen empfiehlt die Post, sie einen Tag früher aufzugeben.
Für Sendungen ins Ausland liegen die Fristen deutlich früher, je nach Produkt und Zielland zwischen Ende November und Anfang oder Mitte Dezember. Die genauen Daten veröffentlicht die Post jedes Jahr neu, ein kurzer Blick lohnt sich also, bevor du das Paket für die Verwandtschaft im Ausland einpackst. Bestellst du selbst online, rechne die Lieferzeit des Shops noch dazu. Aktuelle Angebote für die Festtage findest du unter Weihnachtsangebote.
Geschenke nicht auf Kredit kaufen
Bezahle Geschenke nicht mit einer Kreditkarte, die du nicht sofort ausgleichen kannst, und nimm dafür keinen Kleinkredit auf. Die Rechnung kommt erst nach den Festtagen, und mit Zinsen wird jedes Geschenk teurer, als es im Laden war. Reicht das Budget nicht für alle Wünsche, ist ein kleineres Geschenk oder eine Auslosung in der Familie die bessere Lösung.
Hast du bereits Schulden, melde dich früh bei einer Budget- oder Schuldenberatung, zum Beispiel bei Caritas oder der Beratungsstelle deines Kantons. Die Wartezeiten können lang sein: Im Kanton Zürich betrugen sie bei Caritas bis zu acht Wochen und bei der kantonalen Stelle bis zu sechs Wochen. Je früher du dich meldest, desto eher hast du Unterstützung, bevor neue Rechnungen dazukommen.
Dieselbe Methode für jeden Anlass
Was für die Festtage funktioniert, klappt auch für Geburtstage, Taufen oder Hochzeiten. Lege einen Jahresbetrag für Geschenke fest, verteile ihn auf die Personen und Anlässe in deinem Kalender und trag jeden Kauf ein. So siehst du früh, ob der Geburtstag im März noch Platz im Budget hat, und kannst Geschenke dann kaufen, wenn sie günstig sind, statt wenn die Zeit drängt.
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